Initiative Blickwechsel Stoffwechsel
Die Veranstaltungsreihe „Blickwechsel Stoffwechsel“ bietet eine Plattform für Stoffwechselerkrankungen mit dem Ziel, die Versorgungsstrukturen zu verbessern. Deshalb organisiert Lilly Deutschland Veranstaltungen mit verschiedenen Partner:innen aus Politik, Versorgung, Krankenkassen, Forschung und Patient:innenorganisationen rund um die Adipositas-Versorgung in ganz Deutschland.
Unbehandelte Adipositas: Wie lange kann sich unsere Volkswirtschaft das noch leisten?
Adipositas zählt zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Rund 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leben mit Adipositas (Body-Mass-Index über 30 kg/m²), mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt mit Übergewicht. 1 Gleichzeitig steigt die Zahl der Betroffenen seit Jahren kontinuierlich an. Zum Vergleich: 2003 waren nur knapp 12 Prozent der Bevölkerung von Adipositas betroffen. 2 Die Nationale Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) spricht in ihrem aktuellen Policy Brief (Januar 2026) folgerichtig von einer „Adipositas-Epidemie“ in Deutschland. 3
Die Folgen sind erheblich, denn Adipositas erhöht das Risiko für über 200 Begleit- und Folgeerkrankungen, von Diabetes über Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenerkrankungen bis hin zu Krebs. 4,5 Die Belastung trifft die Betroffenen somit oft doppelt und hat zugleich messbare negative Effekte auf unsere Volkswirtschaft. Durch eine frühzeitige Behandlung von Adipositas könnten krankheitsbedingte Arbeitsausfälle und Frühverrentungen verhindert werden. 6
Widerspruch in der Versorgung: Anerkannt, aber nicht behandelt
Im Jahr 2020 hat der Deutsche Bundestag Adipositas offiziell als chronische Erkrankung anerkannt. 7,8 Dies war ein wichtiger erster Schritt. Um diesen Weg konsequent weiterzugehen, bedarf es nun einer Reform der aktuellen Gesetzeslage. Moderne Adipositas-Therapien bleiben gemäß §34 SGB V als vermeintliche „Lifestyle-Medikamente“ pauschal von der Erstattung durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ausgeschlossen. 9 Das offenbart ein falsches Verständnis der Erkrankung. Adipositas ist kein individuelles „Lifestyle-Problem“, sondern eine komplexe chronische Erkrankung, die sich oft – insbesondere bei langjährig Betroffenen – nicht allein durch individuelle Anstrengung bewältigen lässt.
Dieser sogenannte „Lifestyle-Paragraf“ schafft außerdem eine Ungleichbehandlung von gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten: Während andere chronische Erkrankungen umfassend therapiert werden, bleibt der Zugang zu innovativen und wirksamen Medikamenten auch bei schweren Fällen von Adipositas verwehrt. Von einer Reform des § 34 SGB V würden jedoch nicht nur die Betroffenen erheblich profitieren, sondern auch der Arbeitsmarkt und unsere Wirtschaftskraft. 10
Trügerische Sparsamkeit: Die volkswirtschaftliche Belastung nichtbehandelter Adipositas
Der aktuelle Policy Brief der Leopoldina schätzt die jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten von Übergewicht und Adipositas in Deutschland anhand von Zahlen der World Obesity Federation auf circa 113 Milliarden Euro. 11 Dabei handelt es sich zum einen um Ausgaben für die Behandlung adipositasbedingter Begleiterkrankungen und zum anderen um volkswirtschaftliche Kosten, die durch krankheitsbedingte Folgen wie Arbeitsunfähigkeit entstehen. Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Eine vermeintliche Sparsamkeit im Gesundheitswesen kann ins Gegenteil umschlagen. Wenn wirksame Behandlungsoptionen nicht eingesetzt werden und Gesunderhaltung nicht proaktiv gedacht wird, entstehen erhebliche Opportunitätskosten – durch vermeidbare Folgeerkrankungen, Produktivitätsverluste und steigende Langfristbelastungen für das System.
Die Behandlung von Adipositas ist somit nicht nur eine gesundheitspolitische Aufgabe, sondern zählt laut OECD zu den Maßnahmen mit hohem gesundheitsökonomischen Nutzen, wirksamer als beispielsweise die Bekämpfung von Rauchen oder Luftverschmutzung und nur übertroffen von der Reduktion schädlichen Alkoholkonsums. 12

Eine moderne Adipositas-Strategie muss Prävention daher ganzheitlich verstehen: Sie darf nicht bei Maßnahmen zur Vermeidung der Erkrankung aufhören, sondern sie muss auch den gerechten Zugang zu leitliniengerechten Therapien für bereits Erkrankte sicherstellen.
„Wir brauchen einen echten Paradigmenwechsel – es ist an der Zeit, Gesundheit aktiv zu erhalten, statt erst auf Folgeerkrankungen zu reagieren. Davon profitieren nicht nur die Betroffenen nachhaltig, sondern auch der Arbeitsmarkt und unsere Wirtschaftskraft.“ (Dr. Alexander Horn, Geschäftsführer Lilly Deutschland)
Jahresabschluss in der Hessischen Landesvertretung Berlin (27. November 2025)
Im November führte uns Blickwechsel Stoffwechsel nach Berlin. Der parlamentarische Abend bildete den Jahresabschluss unserer Veranstaltungsreihe. Gemeinsam mit Politik, Wissenschaft, Selbsthilfe und Wirtschaft erörterten wir, wie die Bundesländer und der Bund die Adipositas-Versorgung strukturieren und verbessern können. Wir ließen Erkenntnisse und Erfahrungen aus vergangenen Diskussionsformaten auf Länderebene Revue passieren und entwickelten auf dem anschließenden Podium gemeinsame Handlungsempfehlungen für die Bundespolitik.
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Healthcare Hackathon in Mainz (23. Oktober 2025)
Die nächste Station der Veranstaltungsreihe Blickwechsel Stoffwechsel führte uns nach Rheinland-Pfalz. Dort veranstalteten wir gemeinsam mit der Universitätsmedizin Mainz einen Healthcare Hackathon, um mit Ihnen und Euch Lücken in der Adipositasversorgung zu identifizieren und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Eine Abendveranstaltung mit dem rheinland-pfälzischen Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) sowie dem Lilly Deutschland Geschäftsführer Dr. Alexander Horn rundeten den Tag ab.
Weitere Informationen findet Ihr im beigefügten Informationsflyer.
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Roundtable in Nordrhein-Westfalen (17. Juni 2025)
Im Rahmen der ersten Präsenz-Veranstaltung der Initiative „Blickwechsel Stoffwechsel“ von Lilly Deutschland in Kooperation mit dem Adipositas Verband Deutschland e. V. diskutierten Expert:innen in Düsseldorf über die zügige und flächendeckende Umsetzung des neuen Disease-Management-Programms (DMP) Adipositas in Nordrhein-Westfalen. Im Mittelpunkt standen Versorgungsdefizite, notwendige politische Rahmenbedingungen und der Abbau von Stigmatisierung.
Teilnehmende Referent:innen, u.a.:
Helena Kühnemund, Associate Director External Engagement bei Lilly Deutschland
Christel Moll, Vorsitzende des Adipositas Verband Deutschland e.V.
MdL Josef Neumann (SPD), Mitglied des Landtags NRW und Mitglied im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales
MdB Serdar Yüksel (SPD), Mitglied des Deutschen Bundestags und Mitglied im Ausschuss für Gesundheit
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Auftaktveranstaltung zum Welt-Adipositas-Tag (04. März 2025)
Zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe „Blickwechsel Stoffwechsel“ von Lilly Deutschland diskutierten Expert:innen aus Politik, Versorgung, Wissenschaft, Krankenkassen und Patientenorganisationen in einer Online-Paneldiskussion am Welt-Adipositas-Tag über Wege zu einer besseren Adipositas-Versorgung. Im Fokus standen der Ruf nach einer nationalen Strategie zur Stoffwechselgesundheit, mehr Prävention, Früherkennung und ein besserer Zugang zu innovativen Therapien.
Teilnehmende Referent:innen:
Prof. Dr. Jens Aberle, Ärztlicher Leiter des Adipositas-Centrums am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Hauke Hansen, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein
Franziska Fey, Vertreterin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK)
Dr. Gerd Kräh, Assoc. VP Government Affairs der Lilly Deutschland GmbH
Henning Stötefalke, Leiter Gesundheitspolitik der DAK-Gesundheit
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1 Robert Koch Institut, GEDA 2023. In: Starker, A., Schienkiewitz, A., Damerow, S., & Kuhnert, R. (2025). Prevalence of obesity and smoking among adults in Germany - trends from 2003 to 2023. Journal of health monitoring, 10(1), e13038. https://doi.org/10.25646/13038
2 Robert Koch-Institut: Verbreitung von Adipositas und Rauchen bei Erwachsenen in Deutschland – Entwicklung von 2003 bis 2023, Robert Koch-Institut, Journal of Health Monitoring 2025, März 2025.
3 Leopoldina Fokus: Prävention stärken & neue Therapieansätze nutzen: Wie lässt sich die Adipositas-Epidemie eindämmen? Vol. 5, Januar 2026.
4 Guh, D.P., et al., The incidence of co-morbidities related to obesity and overweight: a systematic review and meta-analysis. BMC public health, 2009. 9: p. 88-88. 10.1186/1471-2458-9-88
5 Ali MM et al 2024, Cardiometabolic comorbidities and complications of obesity and chronic kidney disease (CKD); https://doi.org/10.1016/j.jcte.2024.100341
6 OECD (2026), The Health and Economic Benefits of Tackling Non-Communicable Diseases, OECD Health Policy Studies, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/e20cbbc3-en
7 Deutscher Bundestag: Start einer Nationalen Diabetes-Strategie – Gesundheitsförderung und Prävention in Deutschland und Versorgung des Diabetes mellitus zielgerichtet weiterentwickeln. Drucksache 19/20619 (2020). https://dserver.bundestag.de/btd/19/206/1920619.pdf
8 Deutscher Bundestag. Sachstand: Maßnahmen zur Prävention von Adipositas und deren Wirksamkeit. WD 9 - 3000 - 017/21 https://www.bundestag.de/resource/blob/858470/WD-9-017-21-pdf.pdf
9 SGB V - Gesetzliche Krankenversicherung - (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477) § 34 Ausgeschlossene Arznei-, Heil- und Hilfsmittel. https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__34.htm
10 OECD (2026), The Health and Economic Benefits of Tackling Non-Communicable Diseases, OECD Health Policy Studies, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/e20cbbc3-en
11 Leopoldina Fokus: Prävention stärken & neue Therapieansätze nutzen: Wie lässt sich die Adipositas-Epidemie eindämmen? Vol. 5, Januar 2026.
12 OECD (2026), The Health and Economic Benefits of Tackling Non-Communicable Diseases, OECD Health Policy Studies, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/e20cbbc3-en
PP-LD-DE-9183
PP-MG-DE-2233
CMAT-36740