Dermatologie
Unsere Haut ist unsere Schutzhülle und unser größtes Organ, das sich regelmäßig innerhalb von rund 28 Tagen komplett erneuert. Normalerweise fühlen wir uns in ihr pudelwohl, doch manchmal kommt es in unserem Körper zu Fehlfunktionen. So erneuert sich die Haut bei Menschen mit Psoriasis (Schuppenflechte) beispielsweise viel zu schnell oder die Barrierefunktion der Haut ist eingeschränkt wie zum Beispiel bei atopischer Dermatitis (Neurodermitis). Dadurch kommt es zu Entzündungsreaktionen, die dem Körper schaden und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Um diesen Menschen helfen zu können, hat Lilly Therapien zur Behandlung von Psoriasis und atopischer Dermatitis entwickelt.
Welt-Psoriasis-Tag 2025
Der Welt-Psoriasis-Tag am 29. Oktober 2025 steht ganz im Zeichen von „Psoriasis und Komorbiditäten“, also typischen Begleiterkrankungen, die sich gegenseitig anfeuern und die Krankheitslast erhöhen können. Angesichts der hohen Prävalenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas, Diabetes sowie psychischer Erkrankungen bedarf es einer integrierten Versorgung und bedarfsgerechter Behandlungskonzepte für Menschen mit Psoriasis i,ii.
#StopptDenDominoEffekt:
Prof. Julia Welzel und Dr. Ralph von Kiedrowski klären auf zum Welt-Psoriasis-Tag
Das nachfolgende Transkript ist eine wortgetreue Wiedergabe des gesprochenen Inhalts. Es wurden keine inhaltlichen Änderungen oder Kürzungen vorgenommen.
Dr. med. Ralph von Kiedrowski: Man hat ursprünglich vielleicht ein einziges Steinchen, was sozusagen betroffen ist, aber durch die Verkettung verschiedener auf physiologischer im Körper stattfindender Prozesse kommt halt dann eben ein Dominoeffekt, das heißt, die Erkrankung wird dann wie ein Steinchen nach dem anderen zunehmend in Gang gesetzt und stößt irgendwann das gesamte Konzept um.
Tatsächlich ist es so, dass gut 40 %, also 4/10 Patienten, entweder von Anfang an oder gestaffelt wie bei einem Dominoeffekt, letztlich dann im Laufe ihrer Erkrankung weitere Erkrankungen hinzubekommen. Und die häufigste ist tatsächlich das Übergewicht, die Adipositas dann aber gefolgt und auch wiederum durch diese Erkrankung mit beeinflusst. Ist es der Bluthochdruck, der Diabetes und viele andere Stoffwechselerkrankungen, die sich leider dann alle insgesamt meistens verstärken und das Krankheitsbild damit auch verschlimmern.
Prof. Dr. med. Julia Welzel: Wir sagen immer, die Psoriasis ist nicht nur eine Hauterkrankung. Wobei das nur das möchte ich mir eigentlich sparen in Zukunft, weil die krankung ist das, was die Patienten am meisten stört. Aber das ist eine Erkrankung, eine Entzündung des gesamten Körpers und der gesamte Körper. Da gehört dann auch das Gehirn zum Beispiel dazu. Also eine Neuroinflammation ist dabei, die Organe sind entzündet, die Gelenke können entzündet sein, der Darm kann entzündet sein. Also im Grunde muss man den Patienten tatsächlich mit seiner Schuppenflechte als eine gesamte Einheit sehen. Und dementsprechend muss auch die gesamte Einheit behandelt werden.
Dr. med. Ralph von Kiedrowski: Die Schuppenflechte alleine ist ein sichtbares Haut Makel, stigmatisiert, Übergewicht stigmatisiert und damit einhergehende Begleiterkrankungen wie Diabetes, wie gefäßerkrankung, damit erhöhte Gefahr an Herzinfarkt und Schlaganfällen sind letztlich dann auch psychisch beeinträchtigte Faktoren. Es erhöht die Anzahl der Medikamente, die man einnehmen muss und die körperliche Fitness lässt nach. Dann sind wir ruckzuck auch bei dem Thema der Psoriasis Arthritis, also Übergewicht und belastung spielen ja da auch noch mal eine Rolle und so, dass man sagen muss, das leider sich wie so ein circulus vitiosus und Teufelskreis all diese Begleiterkrankungen zur eigentlichen Hauterkrankungen dazu addieren und deswegen eben die Krankheitslast auch massiv erhöhen.
Prof. Dr. med. Julia Welzel: Wir haben früher immer gedacht, die Erkrankung, die sichtbare Hauterkrankung ist das, was die Patienten auch in der Psyche krank macht. Es ist aber eine eigenständige Geschichte. Die Depression, die kommt von dieser Neuroinflammation. Also das ist nicht nur eine Reaktion darauf, dass die Patienten eine sichtbare und sehr quälende, oft sehr juckende Hauterkrankung haben und sich damit einmal stigmatisiert werden und sich selbst auch stigmatisieren damit, sondern es ist tatsächlich auch eine echte Organerkrankung durch diese Entzündungsreaktion.
Und ganz wichtig diese muss aktiv hinterfragt werden, weil gerade bei Depression sagen das die Patienten nicht von sich aus. Wichtig ist, dass wir ganzheitlich dann auch denken und an die Begleiterkrankungen denken und diese aktiv hinterfragen und damit auch oft diagnostizieren. Aber dann geht es natürlich darum, dass wir interdisziplinär die Patienten weiter behandeln, also einen engen Schulterschluss mit den Allgemeinmediziner, mit den Hausärzten und Hausärzten, auch mit anderen Fachdisziplinen.
Dr. med. Ralph von Kiedrowski: as heißt, das Informationsgeschehen früh in den Griff kriegen, verändert nicht nur die Psoriasis, sondern kann auch sich günstig auf die Ausbildung von Begleiterkrankungen auswirken.
Prof. Dr. med. Julia Welzel: Wir haben hervorragende Medikamente, die wirklich gut helfen, mit praktisch keinen Nebenwirkungen. Also es gibt keinen Grund, dass man nicht optimal behandelt wird. Wenn man noch nicht oder Frau noch nicht an der richtigen Stelle ist. Fordern Sie es ein.
[i] Masson W et al. Adv Ther 2020; 37(5): 2017–2033
[ii] Liu L et al. Front Cardiovasc Med 2022; 9: 829709
Arten der Dermatologie
Die Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche, meist in Schüben verlaufende Hauterkrankung. Sie ist nicht ansteckend und wird unter anderem durch das Versagen der Barrierefunktion der Haut und durch eine Fehlregulationen des Immunsystems verursacht.1
Je nach Alter und betroffener Körperregion ist das Erscheinungsbild der Neurodermitis sehr unterschiedlich. Die meisten Patienten mit Neurodermitis leiden unter sehr starkem Juckreiz.1,2
Wie häufig ist Neurodermitis?
In den meisten Fällen beginnt die Neurodermitis bereits im frühen Kindesalter und klingt oft bis zum Erwachsenwerden wieder ab. Dennoch können auch Erwachsene an Neurodermitis erkranken.2,3 In Deutschland liegt die Prävalenz bei Kindern bei bis zu 30% und bei Erwachsenen bei bis zu 10%.4
Welche Symptome verursacht eine Neurodermitis?
Bei einer Neurodermitis ist die Haut oft sehr trocken und stark juckend. Durch Kratzen kann es zu Hautabschürfungen und Kratzwunden kommen. Bei einem aktiven Krankheitsschub ist die Haut zudem stark gerötet, es können sich nässende Stellen und Krusten bilden. Darüber hinaus kommt es bei chronischem Verlauf in einigen Fällen auch zu einer lederartigen Hautverdickung. Je nach Alter und Dauer der Hautveränderungen variieren die verschiedenen Ausprägungen.1,3
Juckreiz ist das am stärksten belastende und das am schwierigsten zu kontrollierende Symptom der Neurodermitis. Er kann die Lebensqualität signifikant beeinträchtigen, indem er die Betroffenen sowohl nachts als auch tagsüber plagt, Schlafstörungen verursacht und sich negativ auf ihre Leistungsfähigkeit im Alltag auswirkt.1,5 Durch das permanente Kratzen der juckenden Haut wird die sensible Hautbarriere weiter geschädigt. Das kann dazu führen, dass sich die Haut weiter entzündet und Infektionen entstehen, wodurch die Haut zusätzlich auch schmerzt.6
Durch die medizinische Forschung stehen den Betroffenen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zu Verfügung. Sprechen Sie daher bei allen Fragen rund um Ihre Neurodermitis mit Ihrem Dermatologen – er ist der Experte und kann Ihnen wertvolle Tipps sowie Informationen zu allen verfügbaren Therapien geben.
Referenzen:
- Eichenfield L, Tom W, Chamlin S, et al. Guidelines of care for the management of atopic dermatitis. J Am Acad Dermatol. 2014;70:338-51.
- Weidinger S, Novak N. Atopic dermatitis. Lancet. 2016;387:1109-22.
- Lee DE, Clark AK, Tran KA, et al. New and emerging targeted systemic therapies: a new era for atopic dermatitis. J Dermatol Treat. 2017;19:1-11.
- Grobe W, Bieber T, Novak N. Pathophysiologie der atopischen Dermatitis. JDDG. 2019
- Vakharia PP, Chopra R, Sacotte R, et al. Burden of skin pain in atopic dermatitis. Ann Allergy Asthma Immunol. 2017;119:548-552e543.
- Wong L, Wu T, Lee CH. Inflammatory and noninflammatory itch: implications in pathophysiology-directed treatments. Int J Mol Sci. 2017;18(7):pii: E1485. doi:10.3390/ijms18071485.
Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung, die hauptsächlich die Haut betrifft. Charakteristisch sind erhabene, gerötete und schuppende Hautpartien, die sogenannten Plaques.1 Davon leitet sich auch der Name Plaque-Psoriasis ab.
Weil das Immunsystem bei Schuppenflechte körpereigenes Gewebe angreift und dadurch eine Verletzung vortäuscht, bildet der Körper übermäßig neue Hautzellen. Während die gesunde Oberhaut im Normalfall etwa vier Wochen braucht, um sich zu erneuern, geschieht dies bei Psoriasis innerhalb von drei bis vier Tagen. Dieser beschleunigte Prozess verhindert, dass sich eine normale Hornschicht bilden kann und führt zur Entstehung von Plaques.2
Wie häufig ist Schuppenflechte?
In Deutschland sind etwa zwei Millionen Menschen von Schuppenflechte betroffen. Etwa die Hälfte leidet unter einer mittelschweren bis schweren Form.2
Grundsätzlich kann Schuppenflechte in jedem Alter auftreten. Die meisten Betroffenen erkranken vor dem 40. Lebensjahr, besonders viele im Alter zwischen 15 und 25 Jahren.
Welche Symptome verursacht Schuppenflechte?
Die häufigste Form ist die Psoriasis vulgaris an der etwa 80–90 % der Betroffenen leiden. Sie beginnt in den meisten Fällen plötzlich, mit einem scharf abgegrenzten rötlichen Ausschlag mit starker weißlicher Schuppung, der häufig auch juckt.2
Darüber hinaus gibt es weitere, seltenere Formen wie z.B. die Psoriasis inversa oder die Erythrodermie. Außerdem wird oftmals eine Beteiligung der Nägel (Psoriasis unguium) und der Gelenke (Psoriasis-Arthritis) beobachtet. Jede Form der Psoriasis geht mit unterschiedlichen Symptomen einher.1
Wie wirkt sich Schuppenflechte auf die psychische Gesundheit und die Lebensqualität aus?
Menschen mit Schuppenflechte leiden oft nicht nur körperlich, sondern auch seelisch unter ihrer Erkrankung. Vor allem, wenn sich die Hautschuppung nicht unter der Kleidung verstecken lässt, weil sie Gesicht, Hände oder Nägel betrifft, kann die seelische Belastung enorm sein. Viele Betroffene ziehen sich aus Scham zurück. Körperliche Nähe ist bei ihnen oft mit Ängsten und Unsicherheit verbunden. Betroffene berichten deshalb häufig von schwerwiegenden Auswirkungen der Schuppenflechte auf ihre Partnerschaft und andere soziale Kontakte.2.
Referenzen:
- Warren R., Menter A. Handbook of Psoriasis and Psoriatic Arthritis. Springer International Publishing, Switzerland 2016.
- Kampagne „Bitte berühren – Gemeinsam aktiv gegen Schuppenflechte“ www.bitteberuehren.de (besucht am 26.06.2020).
Die Psoriasis Arthritis, oder kurz PsA, ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, die die Haut und die Gelenke betrifft. Charakterisiert ist die Psoriasis-Arthritis hauptsächlich durch eine Entzündung der Gelenke (Arthritis), der Wirbelsäule oder der Sehnen beziehungsweise Sehnenansätze, die in der Regel im Rahmen einer Schuppenflechte (Psoriasis) auftreten.1
Wie häufig ist PsA und was sind die Ursachen?
In Deutschland sind etwa 200.000 Menschen von Psoriasis Arthritis betroffen. Im Gegensatz zu anderen Gelenkerkrankungen sind bei der Psoriasis Arthritis Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen.2Die genauen Ursachen der PsA sind nicht bekannt. Man nimmt aber an, dass vor allem ein fehlgesteuertes Immunsystem, Veränderungen in bestimmten Genen und Umweltfaktoren die Entstehung der Erkrankung begünstigen.² Generell kann eine PsA in jedem Alter auftreten. Die meisten Betroffenen erkranken jedoch im Alter von etwa 30 bis 55 Jahren.2
Wie wird PsA behandelt?
Die Psoriasis Arthritis ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar ist. Das wichtigste Ziel in der Behandlung ist es, die Symptome der PsA soweit wie möglich abzuschwächen (minimale Krankheitsaktivität oder im besten Fall Symptomfreiheit), Schädigungen an Gelenken vorzubeugen und den Betroffenen ein weitgehend beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.2 Messbar wird dieses Therapieziel zum Beispiel anhand der Anzahl geschwollener oder schmerzhafter Gelenke oder durch die Angaben von Betroffenen zur Schmerzintensität in standardisierten Fragebögen.
Generell gilt, dass die Therapie der Psoriasis-Arthritis so früh wie möglich nach der Diagnosestellung begonnen werden sollte. Da die Erkrankung sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann, gibt es kein festgelegtes Therapieschema. Vielmehr sollten Betroffene gemeinsam mit Ihrem Arzt individuelle Therapieziele definieren und darauf aufbauend eine Behandlungsstrategie wählen, mit der sie die gesteckten Ziele am besten erreichen können.2
Referenzen:
- Coates LC et al. Psoriasis, psoriatic arthritis, and rheumatoid arthritis: Is all inflammation the same? Semin Arthritis Rheum. 2016; 46(3): 291-304.
- Warren R, Menter A. Handbook of Psoriasis and Psoriatic Arthritis. Springer International Publishing, Switzerland 2016. (Zugriff am 03.07.2020)
PP-MG-DE-2219